Launch des Countour Next One

Bei diesem Post handelt es sich um einen sogenannten „Sponsored Post“, für den ich mit einem Unternehmen kooperiert habe. Die Tatsache, dass es sich um Werbung handelt, hat keinen Einfluss auf meine eigene Meinung.


Im Rahmen des EASD 2016 (52nd Annual Meeting of the European Association for the Study of Diabetes) lud die Firma Ascensia Diabetes Care mehrere Blogger (unter anderem auch mich 😉 ) zu eine Presseveranstaltung ein. Auf dieser wurde uns das Blutzuckermesssystem Contour Next One sowie die dazugehörige Contour Diabetes App bereits vor dem offiziellen Launch in Deutschland präsentiert. Regulär auf dem deutschen Markt erhältlich ist das System erst seit dem 20. Oktober 2016.

Blutzuckermessung

© Ascensia Diabetes Care

Das Messgerät

Das Contour Next One hat optisch Ähnlichkeit mit seinen Vorgängern, allerdings besitzt das Gerät keinen USB-Anschluss mehr. Diese wurde aber durch eine Bluetooth-Schnittstelle ersetzt. Neu eingeführt wurde außerdem das Licht am Teststreifeneinschub. Dieses variiert je nach Wert: Grün bedeutet, dass die Werte im Zielbereich liegen, Gelb ist darüber, Rot darunter. Was mich etwas irritiert, denn eigentlich ist Gelb für mich eine Zwischenstufe auf dem Weg von Grün zu Rot (oder andersrum). Die Firma bezeichnet es als „smartLIGHT“, mit dessen Hilfe der Nutzer „sofort einordnen und entsprechend reagieren“ kann. Wie alle Messgeräte der Contour-Next-Reihe verwendet auch dieses die bisherigen Teststreifen. Die zum System gehörende Stechhilfe heißt Microlet Next und funktioniert mit den herkömmlichen Microlet-Lanzetten.

Messgerät Contour Next One

© Ascensia Diabetes Care

Für mich ein ganz, ganz fettes Minus: Das Next One kann nicht wiederaufgeladen werden! Das war einer der Punkte, die den Vorgänger für mich sehr attraktiv gemacht haben – endlich keine Batterien mehr! Schonender für meinen Geldbeutel und vor allem für die Umwelt! Nennt mich Öko-Fuzzi, wenn ihr wollt, aber ich finde es wirklich dämlich, dass Ascensia schon wieder ein neues Messgerät auf den Markt bringt – aber eine der (für mich) besten Funktionen fehlt! 🙁 Stattdessen wird das neue Contour (schon wieder) über zwei Knopfbatterien mit Strom versorgt, die etwa 1.000 Messungen lang halten (sollen).

Vor- und Nachteile:

+ optischer Hinweis auf die Werte durch das farbige Licht
+ schickes Design
+ bluetooth-fähig
+ keine neuen Messstreifen nötig

– nicht wiederaufladbar 🙁
– Werte werden nicht an Pumpe gesendet 🙁
– keine USB-Schnittstelle mehr
– benötigt (Knopf-)Batterien

Contour Next Plus und Contour App

© Ascensia Diabetes Care

Das Contour Next One kann direkt am PC ausgelesen werden. Dafür wird das Programm Glucofacts Deluxe und ein Kabel mit den Anschlüssen USB-A an Micro-USB-B benötigt, die beide nicht im Lieferumfang enthalten sind. Ausprobiert habe ich das noch nicht, deswegen kann ich auch leider nichts dazu sagen außer: Wäre der USB-Anschluss noch am Gerät, gäbe es dieses Problem gar nicht erst. 😉

 

Die App

Für die Entwicklung der App war wohl das Stichwort „mHealth“ausschlaggebend. mHealth ist eine Abkürzung für Mobile Health (= „mobile Gesundheit“). Die Weltgesundheitsorganisation zählt dazu tragbare Technologien wie zum Beispiel Apps für Smartphones und Tablets, die die Gesundheitsfürsorge unterstützen. Ein Bericht des IMS Institue for Healthcare Informatics aus dem Jahr 2015 gibt an, dass den Verbrauchern aktuell mehr als 165.000 mHealth-Apps zur Verfügung stehen. Eine davon ist nun auch die Countour App

Display Contour App

© Ascensia Diabetes Care

Sie funktioniert zusammen mit dem Blutzuckermessgerät, die via Bluetooth miteinander verbunden werden. Die gemessenen Werte werden auf das Smartphone (oder Tablet) gesendet und können auch um weitere Informationen wie Aktivitäten, Medikamente und Mahlzeiten (auch in Form von Fotos; siehe links) ergänzt werden. Eine interessante Erneuerung ist die Möglichkeit, sich bei hohen oder niedrigen Messwerten Warnungen anzeigen zu lassen. Es gibt außerdem die Möglichkeit, direkt eine gespeicherte Notrufnummer zu wählen, um Hilfe zu holen. Um Muster im Verlauf der Blutzuckerwerte zu erkennen, werden sie im Startbildschirm in Form von Trends und Durchschnittswerten dargestellt (auch hier: siehe Foto). Alle ermittelten Daten können zudem synchronisiert werden, sodass die Blutzuckerwerte auf verschiedenen Smartphones und Tablets gespeichert werden können. Werte können auch nachträglich ergänzt werden, wenn man Messgeräte von anderen Firmen verwendet. Die App kann also auch als Stand-Alone verwenden. Ob das sinnvoll ist, sei mal dahingestellt. 😉

Erhältlich ist sie im jeweiligen Store sowohl für iOS (ab 8.0) als auch für Android (ab 5.0). Sie erinnert mich übrigens an mySugr, die vom Prinzip her sehr ähnlich, jedoch herstellerunabhängig ist.

Mein Fazit

Nachdem ich Messgerät und App nun mehrere Tage ausgiebig getestet habe, ist hier meine Meinung: Sehr gut gefällt mir die Möglichkeit, mich an BZ-Messungen erinnern zu lassen – weniger gut, dass ich nicht eingeben kann, was ich gespritzt habe. Zwar kann ich angeben, mein Insulin als Medikament genommen zu haben – jedoch ist das nur in halben Schritten möglich. Da Insulinpumpen aber wesentlich genauer dosieren können, ist das für die Pumpenträger unter uns natürlich Quatsch mit Soße. Und ein großes Manko ist für mich die fehlende Verbindung zur Pumpe, denn ich habe keine Lust, meinen Wert jedes Mal von Hand eingeben zu müssen, um den pumpeneigenen  BolusExpert verwenden zu können, der mir meine Insulindosis ausrechnet.

Insgesamt muss ich leider sagen, dass ich von dem neuen System doch recht enttäuscht bin. Als „Innovation“ würde ich weder Messgerät noch App bezeichnen, da beides ist noch sehr ausbaufähig ist. Zum Beispiel, indem das System auch mit der Pumpe kommuniziert. Solange es das nicht tut, ist das Ganze eine nette Spielerei – mehr aber auch nicht.

Ich hoffe, Ascensia nimmt sich die Kritik, die auch schon bei der Vorab-Präsentation laut wurde, zu Herzen und macht es beim nächsten Gerät besser.