Suche Notrufknopf, finde Armband

Freunde haben mich nun doch dazu überredet, mich näher mit einem Notfall-Armband namens Epi-Care free+  zu beschäftigen (von dem ich schon in diesem Post berichtet habe). Es registriert epileptische Anfälle durch die krampfartigen Bewegungen und sendet ein Notrufsignal mit GPS-Daten an eine eingespeicherte Telefonnummer. Dadurch weiß der Besitzer, dass ich in diesem Moment krampfe und kann zum Beispiel den Notruf wählen und angeben, wo genau ich mich befinde.

Seit meinem zweiten Anfall habe ich oft Angst, wenn ich allein bin. Ich könnte ja jederzeit wieder einen Anfall bekommen und dann ist niemand da, um mir zu helfen. Nach dem ersten Mal konnte ich mir noch einreden, dass es bestimmt eine einmalige Sache gewesen wäre – nach dem zweiten Mal dann eben nicht mehr. Denn was passiert, wenn ich während einem allein in meiner Wohnung bin? Was ist, wenn ich mir beim Umkippen den Kopf stoße und nicht mehr aufwache? Findet man mich dann erst nach mehreren Tagen, wenn meine Freunde misstrauisch werden, weil ich mich so lange nicht mehr gemeldet habe? Das ist mein persönliches Horrorszenario. 🙁

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[Symbolbild]

Anfangs hatte ich große Bedenken, ständig ein Armband tragen zu müssen. 24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche … ihr seht schon. Aber dann fiel während einer Unterhaltung mit Freunden der Satz „Wenn es um die Gesundheit geht, muss man eben auch Dinge tun, die man nicht unbedingt will“. Das hat mich dann doch zum Umdenken bewogen. Denn schließlich schieße ich mir als Pumpenträger ja auch alle 3 Tage eine Nadel in den Bauch.

Aber man gewöhnt sich irgendwie doch an alles. Zuerst konnte ich mir nicht vorstellen, nun für immer mit meiner Insulinpumpe verbandelt zu sein. Deswegen habe ich mich auch 16 Jahre lang gegen eine Pumpe gesträubt. Doch schon nach wenigen Tagen des Probetragens stand für mich fest: Die gebe ich nie wieder her! Zu schön war das Gefühl, nicht mehr ständig spritzen zu müssen, sondern einfach ein paar Knöpfchen zu drücken. So gegensätzlich es klingt, aber durch die Pumpe habe ich ein ganzes Stück Freiheit wiedergewonnen. Vielleicht funktioniert es mit dem Armband ja genauso. 🙂

Und vielen lieben Dank an Lena und Kevin für den Tritt in den Hintern – ohne euch hätte ich mich vermutlich nicht umentschieden. 🙂

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